• Wolfgang Deusser

    Lieber Wolfgang!

    Ich habe eine Frage an Dich zum Thema
    Schuldgefühle. Wie kann ich verstehen, aus welcher Ebene die Schuldgefühle
    entstehen? Oft habe ich gelesen und auch gehört, dass Schuldgefühle überflüssig
    sind und uns sehr schwächen. Aber wenn ich ihre Botschaft nicht verstehe, wie
    kann ich es dann ändern? Meistens ist bei mir das Schuldgefühl mit einem Gefühl
    der bedrohten Existenz gekoppelt. Im Moment gibt es einen Menschen, der das
    immer wieder in mir auslöst. Ich finde keine konstruktive Lösung der Situation,
    sondern vermeide den Kontakt.

    Ich wäre Dir sehr dankbar, wenn du
    Zeit für eine Antwort findest.

    Herzlichst

    Chr.

    Liebe Chr.,

    Schuldgefühle gehören
    zur menschlichen Existenz dazu und ersetzen in vielen Bereichen das instinktive
    Handeln aus dem Tierreich. Überall wo Menschen miteinander in Beziehung treten,
    wirken Schuld-/Unschuldsgefühle beziehungsregulierend.

    Jede Gruppe, sei es unsere
    Familie, ein Verein oder Sonstiges hat eine Außengrenze. Wenn wir an dieser
    rühren, spüren wir unsere Schuldgefühle.

    Daher sagt Bert
    Hellinger auch: Es gibt kein Erwachsen-werden oder Erwachsen-sein ohne
    Schuldgefühle. Kinder müssen die Grenzen ihrer Familie überwinden, um sich
    weiterzuentwickeln.

    Dieses Gefühl
    beschreibst Du genau treffend als existenzbedrohend.

    Unsere Lernaufgabe ist es nun, die Grenzen
    mit den dazugehörigen Gefühlen wahrzunehmen und dann für uns zu entscheiden, ob
    wir im Kreis dieses Gewissens bleiben wollen oder ob ein Schritt darüber hinaus
    für uns ansteht.

    Viel Erfolg beim
    Herausfinden wünscht Dir

    Wolfgang

  • Wolfgang Deusser

    Lieber Wolfgang,

    …mir kommt dann dieser Satz der „zusammengebrochenen Linie“ in meiner Herkunftsfamilie in den Sinn und ich denke dann, dass ich dort eine Katastrophe heraufbeschwören könnte.

    Ich danke dir sehr, wenn Du mir da Klarheit geben könntest.

    Herzliche Grüße an Dich

    C.

    • Wolfgang Deusser

      Liebe C.,

      Du kannst in deiner Herkunftsfamilie keine Katastrophe heraufbeschwören. Was Du tun kannst ist, nachzuspüren, wer von deinen Vorfahren nicht gesehen wurde oder von anderen Familienmitgliedern nicht gesehen werden wollte. Was war im Krieg? In welcher Rolle waren deine Großväter? Hier kannst du zu einer heilenden Bewegung beitragen, wenn du auf mögliche Opfer schaust. Denn sie gehören mit zu eurem System.

      Herzliche Grüße von Wolfgang

  • Wolfgang Deusser

    Hallo lieber Wolfgang,

    es gibt da was, dass ich dich unbedingt fragen möchte.

    Mir begegnen immer wieder Menschen, bei denen ich sofort schlagmüde werde, mich nicht mehr konzentrieren kann und mir eiskalt wird. Und diese Menschen suchen auch noch ständig meine Nähe.

    Was bedeuten diese körperlichen Reaktionen? Hab ichs da mit Energieräubern zu tun? So fühlt es nämlich an. Und ich weiß nicht mehr, wie ich mich verhalten soll, außer das Weite zu suchen.

    Ganz liebe Grüße

    M.

    • Wolfgang Deusser

      Liebe M.

      Unsere Arbeit erhöht die Sensibilität für solche Wahrnehmungen.

      Wenn es sehr heftig ist, macht es Sinn, dass Du Abstand suchst.

      Was immer hilfreich ist: Stell´ Dir hinter diesen Menschen ihre Eltern vor oder, noch weiter zurück, auch ihre Großeltern. Und für Dich selbst stellst Du Dir deine Ahnen in Deinem Rücken vor.

      Das schafft einen ganz anderen energetischen Raum und bringt die Kraft zurück.

      Herzliche Grüße von Wolfgang

  • Wolfgang Deusser

    Guten Morgen Wolfgang,

    mir ist gestern eine Frage gekommen:

    Muß es zwischen dem inneren Bild und der äußeren Realität im Leben einen Gleichklang geben?

    Oder dürfen die Ebenen getrennt sein und es ist dennoch in Ordnung?

    Liebe Y.,

    • Wolfgang Deusser

      Bert hat schon früh auf die Bedeutung des Abstandes hingewiesen (ein Text dazu im Anhang).

      Wir müssen den inneren und den äußeren Abstand ständig gegeneinander abwägen. Eine Zustimmung, also ein innere Nähe, braucht oft einen ausreichend großen Abstand im Äußeren, also eine Distanz.

      Herzliche Grüße sendet Dir

      Wolfgang

  • Wolfgang Deusser

    Hallo Wolfgang,

    Am Dienstag habe ich mich mit meinem Mann getroffen und Ihm die Worte gesagt, dass es mir leid täte, dass wir mit unserer Ehe gescheitert sind.

    Da fingen wir beide an zu weinen. Mein Mann teilte mir mit, dass er nicht weiß ob er die Scheidung einreichen soll…

    • Wolfgang Deusser

      Liebe C.,

      mit euren gemeinsamen Tränen ist etwas Heilsames zwischen euch passiert, aber nicht in Richtung neues Zusammenkommen, sondern: In Richtung Abschied-nehmen! …

      Viele Grüße und Kraft für deinen Weg wünscht Dir Wolfgang

  • Wolfgang Deusser

    Lieber Wolfgang!

    Ich habe eine Frage an Dich zum Thema Schuldgefühle. Wie kann ich verstehen, aus welcher Ebene die Schuldgefühle entstehen? Oft habe ich gelesen und auch gehört, dass Schuldgefühle überflüssig sind und uns sehr schwächen. Aber wenn ich ihre Botschaft nicht verstehe, wie kann ich es dann ändern? Meistens ist bei mir das Schuldgefühl mit einem Gefühl der bedrohten Existenz gekoppelt.

    Ich wäre Dir sehr dankbar, wenn du Zeit für eine Antwort findest.

    Herzlichst

    Chr.

    • Wolfgang Deusser

      Liebe Chr.,

      Schuldgefühle gehören zur menschlichen Existenz dazu und ersetzen in vielen Bereichen das instinktive Handeln aus dem Tierreich. Überall wo Menschen miteinander in Beziehung treten, wirken Schuld-/Unschuldsgefühle beziehungsregulierend.

      Jede Gruppe, sei es unsere Familie, ein Verein oder Sonstiges hat eine Außengrenze. Wenn wir an dieser rühren, spüren wir unsere Schuldgefühle.

      Daher sagt Bert Hellinger auch: Es gibt kein Erwachsen-werden oder Erwachsen-sein ohne Schuldgefühle. Kinder müssen die Grenzen ihrer Familie überwinden, um sich weiterzuentwickeln.

      Dieses Gefühl beschreibst Du genau treffend als existenzbedrohend.

      Unsere Lernaufgabe ist es nun, die Grenzen mit den dazugehörigen Gefühlen wahrzunehmen und dann für uns zu entscheiden, ob wir im Kreis dieses Gewissens bleiben wollen oder ob ein Schritt darüber hinaus für uns ansteht.

      Viel Erfolg beim Herausfinden wünscht Dir

      Wolfgang

  • Ivonne Eugster-Mazín

    Lieber Wolfgang, ich bin eine mexikanische mutter die seit 25 Jahre in der Schweiz wohnt. Ich suche dringen hielfe für meine familiere situation und besondres für mein Sohn. Er hat die Diagnose Schzofrenie und vor kurzem habe ich ein video von Herr Hellinger in Youtube gesehen. Wäre sehr dankwar wenn du und helfen könntest eine Familienstellung su machen.
    Danke!

    • http://familienaufstellung.net/ Wolfgang Deusser

      Liebe Yvonne,
      ich bin am kommenden Wochenende zum Seminar in Bern. Wenn du Zeit hast, komme doch dazu! Die Anmeldung geht über „Hellinger.com“ unter „Seminare“.
      Vielleicht bis bald!
      Wolfgang